A.3
Theorien und Grundlagen

Trieb und psychosexuelle Entwicklung

Triebtheorie und psychosexuelle Entwicklung sind zwei grundlegende und eng miteinander verwobene Bestandteile der psychoanalytischen Theoriebildung. Triebtheorie fokussiert auf die im psychischen Geschehen wirksamen Kräfte im Sinne ihrer Quantität, Gerichtetheit und Dynamik sowie ihrer Beziehung zum bewussten Erleben und Handeln. Psychosexualität ist eines der Hauptbetätigungsfelder des Triebs, und umgekehrt entwickelt sich die Psychosexualität zu einem wesentlichen Teil unter Einfluss des Triebgeschehens. Ihr Zusammenspiel konstituiert massgeblich psychische Konflikte, deren Abwehr und die psychische Struktur.

Der Kurs befasst sich unter anderem mit folgenden Fragen: Was ist der «Trieb», wie entsteht er und wie formt er sich im Verlauf der psychosexuellen Entwicklung? Welche Anforderungen stellt er ans Psychische? Was ist ein Wunsch? Was ist Lust? Was ist Befriedigung? Welche Rolle spielt der Körper, die Phantasie, das Objekt? Welche interpersonalen und intrapsychischen Konflikte treten regelhaft in der Entwicklung des Kindes auf? Wo werden Entwicklungen pathologisch? Wie interagiert die Kultur mit der Entwicklung von Trieb und Sexualität?

Lernziele

  • Die Teilnehmenden kennen klassische und moderne Konzeptionen von Trieb und psychosexueller Entwicklung.
  • Sie kennen Zusammenhänge und Verbindungen zwischen Triebtheorie und anderen Theorien (z.B. Objektbeziehungstheorie) in einem biopsychosozialen Modell.
  • Sie erhalten Einblick in die klinische Relevanz der Triebtheorie für das Verständnis und die Behandlung psychischer Störungen.