Inhalt dieses Kurses ist die Auseinandersetzung mit Sexualität und Gender als wichtigen Kategorien historischer wie zeitgenössischer psychoanalytischer Theorie und Praxis. Ausgehend von verschiedenen psychoanalytischen Konzeptionen von Sexualität und Gender wird der Frage nachgegangen, wie sexuelles Begehren und Geschlechtsidentitäten sich entwickeln und wie dabei Leiden entstehen kann. Verschiedene Begehrensformen (wie Hetero-, Homo-, Bi- und andere Sexualitäten) sind dabei ebenso Thema wie Cis-, Trans-, nonbinäre und queere Identitäten sowie das in der Klinik anzutreffende Auftreten von Geschlechtsinkongruenz und Genderdysphorie.
Bereits Freud hatte sich dafür interessiert, wie sexuelles Leiden auch in einem gesellschaftlichen Kontext steht. Angesichts der historischen wie aktuellen Stigmatisierung und Pathologisierung von homo- und bisexuellen Menschen sowie von Trans- und nonbinären Personen stellen Selbstreflexion und die Auseinandersetzung mit einer diskriminierungssensiblen Haltung wichtige Bestandteile des Kurses dar.
Zentraler Bestandteil des Kurses ist die Auseinandersetzung mit klinischen Erfahrungen der Teilnehmer:innen bezüglich Sexualität und Geschlechtsidentität. Es werden sowohl klassische als auch aktuelle Texte zum Thema gelesen und diskutiert. Zudem lernen die Teilnehmenden neuere Perspektiven aus der sozial- und kulturwissenschaftlich orientierten Geschlechterforschung kennen, die eine hohe Relevanz für die aktuelle klinische Praxis haben.
Lernziele
- Die Teilnehmenden kennen klassische und aktuelle psychoanalytische Ansätze zu den Themen "Sexualität und Gender" ebenso wie neuere Perspektiven der sozial- und kulturwissenschaftlichen Geschlechterforschung.
- Sie erwerben Fachkompetenz in der Arbeit mit Patient:innen, deren Leiden im Zusammenhang mit ihrer Sexualität und/oder Geschlechtsidentität steht und können bei Bedarf auch Perspektiven anderer Therapieschulen integrieren.
- Sie erweitern ihre Fachkompetenz in einer diskriminierungssensiblen Psychotherapie.