A.2
Theorien und Grundlagen

Psychische Struktur, Konflikt und Abwehr

Die Psychoanalyse beschreibt zwei grundlegende Ätiologiemodelle psychischer Störungen: Die neurotische Symptomentstehung wird als unbewusster intrapsychischer Konflikt mit unterschiedlich gelingender Lösung verstanden. Die Entstehung von psychotischen und Persönlichkeitsstörungen wird anhand des Modells einer psychischen Struktur beschrieben, die durch defizitäre Erfahrungen vorwiegend in frühen Beziehungen geprägt ist.

Bei beiden Störungsmodellen ist die Rolle der Abwehrmechanismen zentral. Während diese beim neurotischen Konflikt Kompromisse zwischen Motiven, Wünschen oder Bedürfnissen auf der einen und Versagungen, realen Grenzen oder inneren Hemmungen auf der anderen Seite sucht, ist die Aufgabe der Abwehr bei so genannten strukturellen Störungen oft ein Versuch, fehlende Sicherheit im Rahmen aktueller Beziehungen zu kompensieren.

Lernziele

  • Die Teilnehmenden verfügen über ein Verständnis der beiden Ätiologiemodelle: Konflikt und Struktur.
  • Sie erhalten einen Überblick über unterschiedliche Motivkonzepte (Triebtheorie, Bindung, Selbstwertregulierung).
  • Sie erwerben ein grundlegendes Verständnis des Konzepts der Abwehr und der Bedeutung der Abwehrmechanismen für die Entwicklung verschiedener Störungsbilder