A.7
Theorien und Grundlagen

Mentalisierung und Affektregulierung

Häufig begegnen wir in der psychotherapeutischen Arbeit Patient:innen, die über eine eingeschränkte Fähigkeit verfügen, eigene und fremde Gefühle und Affekte wahrzunehmen. Die Wahrnehmung der eigenen Affekte bildet die Grundlage, um diese auf verschiedene Situationen und Personen bezogen adäquat regulieren zu können.

Das Konzept der Mentalisierung von Fonagy et al. (2002) umfasst Aspekte der Säuglingsforschung, der Bindungstheorie, des Selbst sowie objektbeziehungstheoretische Weiterentwicklungen. Mentalisierung fokussiert auf die Entwicklungsaufgabe, eigene Gedanken, Gefühle und Überzeugungen, sowie diejenigen anderer Menschen besser zu verstehen. In diesem Konzept ist die Fähigkeit zur Mentalisierung und die Fähigkeit zur Regulierung eigener Affekte untrennbar miteinander verbunden.

Im Kurs werden diese Konzepte vorgestellt. In einem zweiten Teil folgt eine Einführung in die Mentalisierungsbasierte Psychotherapie (MBT), ein integrativer, evidenzbasierter Therapieansatz, der darauf abzielt, die Fähigkeit zur Mentalisierung zu fördern. Er kommt unter anderem bei der Behandlung von Borderline-Persönlichkeitsstörungen zum Einsatz, aber auch bei Menschen mit Traumafolgestörungen, in der Arbeit mit Familien, Jugendlichen und Kindern sowie mit Gruppen. Seit Beginn hat sich die Mentalisierungstheorie zudem mit interdisziplinärer Zusammenarbeit sowie Fragen der Prävention beschäftigt.

Lernziele

  • Die Teilnehmenden kennen das Konzept der Mentalisierung und können es sowohl diagnostisch als auch psychotherapeutisch nutzen.
  • Sie verstehen die Zusammenhänge von Mentalisieren und Affektregulation.
  • Sie verfügen über Grundkenntnisse in der Anwendung der Mentalisierungsbasierten Psychotherapie (MBT) in der Arbeit mit unterschiedlichen Patient:innen.