Der Kurs bietet eine Einführung in Diagnostik und Behandlung dieser Erkrankung aus psychoanalytischer Perspektive, unter Einbezug verhaltenstherapeutischer und systemischer Ansätze. Die Kursteilnehmenden erhalten einen Überblick über unterschiedliche Erklärungsansätze zur Entstehung von Abhängigkeitserkrankungen sowie spezifisch aus einer trauma- und strukturbezogenen Perspektive (OPD). Dies unter besonderer Berücksichtigung der dabei oft beobachtbaren Übertragungs- und Gegenübertragungsdynamiken, des multiprofessionellen Ansatzes (Selbsthilfe, Peer-Arbeit, Spitex, Schuldenberatung) sowie der systemischen Perspektive (Einbezugs des Umfelds und Auswirkungen auf Angehörige, insbesondere Kinder).
Auch gesellschaftliche Aspekte sind Teil des Kurses, unter anderem der Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und der Entstehung von Abhängigkeitserkrankungen, die damit verbundene Stigmatisierung und Diskriminierung und der erschwerte Zugang zu sozialer Teilhabe, Hilfe- und Versicherungsleistungen. Die Notwendigkeit einer integrierten Suchtbehandlung wird aufgezeigt und ethische Fragestellungen, die sich im Zusammenhang mit der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen ergeben, werden behandelt.
Lernziele
- Die Teilnehmenden lernen psychologische, soziale und neurobiologische Ursachen von Abhängigkeitserkrankungen kennen, der Fokus liegt auf der psychodynamischen und systemischen Perspektive.
- Sie erhalten Einblick in verschiedene psychotherapeutische Ansätze der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen in stationären, teilstationären und ambulanten Settings.
- Sie beschäftigen sich mit ethischen Fragestellungen, die sich in der Arbeit mit an Abhängigkeitserkrankungen leidenden Menschen ergeben.