B.5
Störungsbilder

Neurodiversität

Der Kurs Neurodiversität behandelt schwerpunktmässig die Diagnosen AD(H)S und Autismus-Spektrums-Störung (ASS). Im klinischen Teil geht es darum, wie die betreffenden Auffälligkeiten überhaupt gefasst werden (deskriptiv vs. psychodynamisch) und wie sie ätiologisch erklärbar sind. Daraus ergeben sich unterschiedliche Behandlungsansätze. Konzepte zur psychoanalytischen Diagnostik und Therapie werden vertieft vorgestellt.

In einem weiteren Teil geht es um eine kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Dimension dieser Störungsbilder. Reflektiert werden die Begrifflichkeiten (Neurodiversität, Neurotypizität / -divergenz, Normalität / Abnormität) und das Phänomen der hohen Prävalenz. Welches Verständnis von Störung ist bei diesen dimensionalen Diagnosen impliziert? Welche Folgen hat dies für die Auffassung von Norm und Normabweichung? Was machen diese Diagnosen mit den Hilfesuchenden? Welche gesellschaftlichen Prozesse laufen mit diesen Diagnosen parallel? Welche Haltung lässt sich als Therapeut:in dazu einnehmen?

Lernziele

  • Die Teilnehmenden kennen verschiedene Konzepte zu AD(H)S und ASS als Spektrumsstörungen im Hinblick auf ihr Grundverständnis, ihre Ätiologie und Behandelbarkeit.
  • Sie erweitern Ihre Kompetenzen hinsichtlich Diagnostik und leitlinienorientierter Behandlung von Menschen mit AD(H)S und ASS.
  • Sie reflektieren das Zusammenwirken von individueller Symptomatik mit gesellschaftlichen Dynamiken auf verschiedenen Ebenen.