Bei Belastungs- und Traumafolgestörungen handelt es sich um komplexe Störungsbilder, die sowohl im stationären wie ambulanten Setting anzutreffen sind. Soziale Faktoren wie Armut, Minderheitenstress, geschlechtsspezifische Gewalt, sequentielle Traumatisierungen sowie Trauma- und Stressfolgeerkrankungen im Flucht-, Migrations- und Asylkontext spielen in der Entstehung dieser Störungen oft eine bedeutsame Rolle. Hinzu kommen häufig komorbide Erkrankungen wie Sucht, Essstörungen, Angst- und depressive Störungen, dissoziative Symptomatik und somatische Erkrankungen, die mitberücksichtigt werden müssen.
Unter Einbezug aktueller Forschung erhalten die Kursteilnehmenden einen Überblick zur Ätiologie, Diagnostik und Psychotherapie von Belastungs- und Traumafolgeerkrankungen. Die Differentialdiagnostik anhand des ICD-11 (u.a. PTBS, kPTBS) ist dabei ebenso Bestandteil des Moduls wie ein Überblick über verschiedene Ansätze der Traumatherapie. Stabilisierungs- und Reorientierungstechniken, die sich gut in eine psychoanalytisch orientierte Behandlung integrieren lassen, werden vermittelt. Der Schwerpunkt liegt auf der psychodynamisch orientierten klinischen Arbeit mit traumatisierten Patient:innen unter Einbezug der Bindungs- und Mentalisierungsperspektive sowie der für die Entstehung und Behandlung von Stress- und Traumafolgestörungen bedeutsamen systemischen Faktoren.
Lernziele
- Die Teilnehmenden setzen sich mit Äthiopathogenese und Psychodynamik von Belastungs- und Traumafolgestörungen auseinander, dies unter Einbezug gesellschaftlicher und systemischer Faktoren.
- Sie erhalten, basierend auf aktueller Forschung zur Entstehung und Behandlung von Belastungs- und Traumafolgestörungen, einen Überblick über verschiedene traumatherapeutische Perspektiven.
- Sie lernen hilfreiche klinische Ansätze zur Diagnostik und Psychotherapie von Belastungs- und Traumafolgestörungen kennen, die sie im klinischen Alltag anwenden können.