Evaluation, Dokumentation und Berichtswesen sind ein wichtiger Bestandteil der psychotherapeutischen Arbeit. An jede Psychotherapie wird der Anspruch gestellt, wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich zu sein (WZW-Kriterien), eine professionelle Fehlerkultur gehört zum beruflichen Selbstverständnis. Wissenschaftlich validierte Instrumente sind ein Werkzeug, um therapeutische Fortschritte messen zu können und den Therapieprozess im Rahmen eines Monitorings laufend überprüfen zu können. Eine Patient:innen-Akte zu führen und den Therapieprozess zu dokumentieren gehört zu den grundlegenden Pflichten des Berufes, sei es ambulant oder stationär. Das Verfassen von Berichten wie Kostengutsprache-Gesuche, Austrittsberichte, Versicherungsberichte – etwa z.Hd. der IV- und Krankentaggeldversicherung – stellt hohe Anforderungen an Professionalität und Qualitätsstandards. Diese Berichte können einen unmittelbaren Einfluss auf das Leben der Patient:innen haben, indem sie beispielsweise mit darüber entscheiden, ob sie IV-Massnahmen oder andere Versicherungsleistungen erhalten.
Der Kurs vermittelt den Teilnehmenden das notwendige Wissen zu diesen Themen und unterstützt sie dabei, die im Laufe der ersten Berufsjahre häufig in Kliniken gesammelten Grundkenntnisse zu Evaluation, Dokumentation und Berichtswesen zu erweitern. Sie vertiefen ihre Kompetenz in der Anwendung standardisierter Fragebögen und deren Integration in ihren klinischen Alltag. Im Rahmen einer Schreibwerkstatt werden Musterbeispiele und Textbausteine für Dokumentation und Berichte erarbeitet. Weiter werden anhand von konkreten Beispielen der Teilnehmenden Dokumentation und Berichtswesen betreffende, herausfordernde Situationen und der professionelle Umgang hiermit diskutiert.
Ein Fokus des Kurses liegt auf der gerade für Versicherungsberichte wichtigen Quantifizierung von Funktionseinschränkungen bei psychischen Störungen (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit ICF und Mini-ICF), ein anderer auf der Anwendung der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD) im Rahmen von Berichten.
Lernziele
- Die Teilnehmenden lernen wissenschaftlich validierte Tools zu Evaluation und Monitoring von Therapieverläufen kennen und können diese anwenden.
- Sie verfügen über die zur Berufsausübung notwendige Kompetenzen hinsichtlich Dokumentation von Therapieverläufen und damit einhergehender Rechte und Pflichten.
- Sie verfügen über Sicherheit im Verfassen von Berichten (Kostengutsprachegesuche, Austrittsberichte, Versicherungsberichte, etc.) und kennen hierfür hilfreiche Tools.