C.12
Behandlungstechnik

Selbstverletzung und Suizidalität

Autoaggressives Verhalten umfasst ein breites Spektrum vom Vernachlässigen eigener Bedürfnisse über Selbstgefährdung und -verletzung bis hin zu suizidalem Verhalten. Als Behandler:innen bringt uns das autoaggressive Verhalten der Patient:innen in eine schwierige und kontroverse Beziehungskonstellation. Während wir um ein lebenswertes Leben bemüht sind, bewegt sich ein autoaggressiver Mensch in die entgegengesetzte Richtung. Was geschieht in dieser gegenläufigen Beziehungskonstellation? Wie können wir unterstützend wirken im Rahmen einer ambulanten oder stationären Krisenintervention oder der psychotherapeutischen Behandlung von akut und chronisch suizidalen Patient:innen? Schliesslich stellen sich im Zusammenhang mit suizidalen Patient:innen auch ethische und rechtliche Fragen, etwa dann, wenn eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik gegen den Willen der Eingewiesenen im Rahmen einer Fürsorgerischen Unterbringung (FU) erfolgt, die KESB involviert ist oder beispielsweise Kinder mitbetroffen sind. Die Auseinandersetzung mit Berufsethik und Berufspflichten sind ein zentraler Teil dieses Kurses.

Nach einem Suizid sind nicht nur die Familie, Freund:innen und Bekannte der Verstorbenen Hinterbliebene. Auch die behandelnden und betreuenden Fachpersonen müssen mit diesem Ende der gemeinsamen Arbeit umgehen und für sich Sorge tragen. Der Kurs vermittelt hierzu hilfreiche Ansätze und Perspektiven.

Lernziele

  • Die Teilnehmenden verfügen über die klinische Urteilsfähigkeit, autoaggressive und suizidale Patient:innen hinsichtlich ihrer Selbstgefährdung angemessen einzuschätzen.
  • Sie sind informiert über die im Zusammenhang mit Suizidalität relevanten Aspekte hinsichtlich Berufsethik und Berufspflichten.
  • Sie können Gespräche zur Absprachefähigkeit mit den Patient:innen führen.
  • Sie wissen, welche weiteren Schritte nach erfolgter Abklärung einzuleiten sind.