Die Psychoanalyse macht die unbewusste Psychodynamik zum Gegenstand der Behandlung. Die klassische psychoanalytische Interventionsform ist die Deutung, mit der Therapeut:innen den Patient:innen in Form von Hypothesen ihr Verständnis über deren unbewusste Prozesse und Phantasien mitteilen und damit der Reflexion zugänglich machen. Dabei wird das deutende Vorgehen dem Struktur- und Entwicklungsniveau, den Themen der unbewussten inneren Konflikte und der Mentalisierungsfähigkeit der Patient:innen angepasst.
Das dadurch gewonnene Wissen über die eigenen unbewussten Tendenzen und Dynamiken wird in einem sich entwickelnden Prozess vom Patienten, der Patientin in sein oder ihr Alltags- und Beziehungsleben integriert. Diesen Prozess der Umsetzung der in der Therapie gewonnenen Erkenntnisse ins reale Leben und seiner Konsolidierung wird als "Durcharbeiten" bezeichnet.
Lernziele
- Die Teilnehmenden lernen verschiedene Formen der Deutung (Widerstandsdeutung, Rekonstruktive Deutung, Deutung unbewusster Beziehungsphantasien, Übertragungsdeutung) kennen und anzuwenden.
- Sie wissen um Möglichkeiten und Grenzen deutender Interventionsformen und kennen die grundlegenden Voraussetzungen wirkungsvoller Deutungen wie etwa die Konzepte von Arbeitsbündnis und Timing.
- Sie kennen ergänzende Interventionsmethoden wie Klarifikation, Konfrontation sowie Interventionsmethoden aus anderen Therapieansätzen und ihre Indikation und Anwendung.
- Sie üben ihre Urteilsfähigkeit hinsichtlich Angemessenheit und Wirksamkeit der eigenen Interventionen im therapeutischen Prozess und können diese gegebenenfalls anpassen.