C.10
Behandlungstechnik

Interventionsmethoden III: Agieren und Enactment

Die meisten Therapeut:innen kennen Situationen aus ihrem klinischen Alltag, in denen Patient:innen agieren (statt zu sprechen). Kommt es zu einem Mitagieren seitens der Therapeut:in entsteht nicht selten das Gefühl, man habe etwas falsch gemacht.

Ausgehend von "klassischen" Konzepten in der Psychoanalyse, als agierende Patient:innen und mitagierende Therapeut:innen dem Ideal von Abstinenz und Neutralität zuwiderliefen, interessiert in diesem Kurs die Entwicklung hin zu einer neueren Perspektive auf solche Phänomene. Mithilfe von Konzepten wie "Enactment", "szenischem Verstehen" und "Handlungsdialog" richtet sich der Blick vorwiegend auf den Informationsgehalt und auf die transformative Kraft, die in solchen Koproduktionen von Patient:inn und Therapeut:inn liegen. Anhand verschiedener Fallbeispiele (auch von Teilnehmenden) wollen wir besser verstehen, wie es zu solchen Verstrickungen kommen kann und wie diese therapeutisch genutzt werden können. Dabei wird auch die Bedeutung gesellschaftlicher Aspekte, die bei Agieren und Enactments eine Rolle spielen, einbezogen.

Lernziele

  • Die Teilnehmenden sind vertraut mit den Konzepten Agieren, Enactment und Handlungsdialog aus theoretischer Sicht und anhand klinischer Fallvignetten.
  • Sie werden ermutigt, sich in therapeutische Beziehungen "verstricken" zu lassen und lernen solche Prozesse zu analysieren, um sie therapeutisch fruchtbar zu machen.