Holding, Containment und Reverie sind Konzepte, welche vor dem Hintergrund der frühkindlichen Interaktion mit primären Bezugspersonen entsprechende therapeutische Haltungen und Interventionen ableiten. Unter "Holding" wird die durch elterliche Fürsorge zur Verfügung gestellte sichere Umgebung verstanden, die dem Kind ermöglicht, sich zu entwickeln. Mit "Containment" wird die Fähigkeit einer Bezugsperson beschrieben, überwältigendes emotionales Erleben des Säuglings und Kleinkindes zu erfassen, aufzunehmen, zu transformieren und es in einer für das Kind erträglichen Form an dieses zurückzugeben. Mit dem Begriff "Reverie" wird eine Art träumerischen Einfühlens der Bezugsperson in die psychische Verfassung des Säuglings beschrieben, die Containment erst ermöglicht.
Ähnliche Prozesse beziehungsweise Fähigkeiten sind grundlegend in der therapeutischen Arbeit, insbesondere bei Patient:innen mit einer strukturellen Störung. Sie ermöglichen mit Hilfe der therapeutischen Beziehung Integrations-, Symbolisierungs- und Verarbeitungsprozesse von frühen überwältigenden emotionalen Erlebnissen, welche diesen Störungen zugrunde liegen.
Lernziele
- Die Teilnehmenden kennen die theoretischen Konzepte "Containment", "Holding" und "Reverie".
- Sie kennen das aus diesen Konzepten abgeleitete therapeutische Vorgehen und können es als Haltung und Interventionsmöglichkeit für die eigenen Behandlungen anwenden.