C.6
Behandlungstechnik

Indikationsstellung und Behandlungsplanung

Die Indikation zur Psychotherapie beantwortet die Frage nach einer geeigneten und erfolgsversprechenden Behandlung einer bestehenden psychischen Erkrankung. Damit stellt sie gleichzeitig eine Abgrenzung gegenüber anderen Interventionsoptionen dar wie Beratung, Mediation, Krisenintervention, aber auch gegenüber präventiven Massnahmen im Vorfeld einer Erkrankung. Sie baut auf den in den Abklärungsgesprächen gewonnenen Informationen und Erkenntnissen über Symptomatik, Psychodynamik und Persönlichkeitsstruktur von Patient:innen auf und berücksichtigt deren individuellen Leidensdruck und Veränderungswunsch. Sie beurteilt die Angemessenheit einer psychodynamischen Behandlung und formuliert Vorschläge bezüglich Setting und technischer Vorgehensweise. Wenn diese Kooperation zwischen Patient:in und Therapeut:in gelingt, stellt dieser Schritt eine stabile Basis für ein therapeutisches Arbeitsbündnis dar.

Im Gegensatz zur ambulanten Arbeit ist im stationären und teilstationären Setting der zeitliche Rahmen für eine Behandlung sehr begrenzt. Oft stellt sie eine erste Etappe eines längeren Behandlungsverlaufs dar. Insofern gilt es zu berücksichtigen, welches der zentrale Behandlungsfokus und welches realistische Behandlungsziele für die Dauer der stationären oder teilstationären Behandlung sein können.

Lernziele

  • Die Teilnehmenden werden zur Integration der verschiedenen Informations-Ebenen aus dem Erstgespräch hin zu einer Indikationsstellung befähigt.
  • Sie lernen verschiedene Ausgangslagen und Schwierigkeiten bei der gemeinsamen Behandlungsplanung mit Patient:innen kennen.
  • Sie können gängige Instrumente zur Fokusbildung bei der Behandlungsplanung anwenden.