C.5
Behandlungstechnik

Gruppenpsychotherapie

In Kliniken werden Weiterbilungs-Teilnehmde häufig bereits zu Beginn ihrer Weiterbildung mit der Aufgabe betraut, Gruppen zu leiten, seien es Stationsversammlungen, störungsspezifische Gruppen oder offene Gesprächsgruppen. Gruppenpsychotherapie als evidenzbasiertes Psychotherapieverfahren hat sich bei vielen Störungsbildern als wirksam erwiesen und ist gerade in stationären und teilstationären Settings oft integraler Bestandteil der Behandlungen. Verschiedene Psychotherapiemethoden haben Konzepte und Manuale für gruppenpsychotherapeutische Verfahren entwickelt. Psychoanalytiker:innen wie W. Bion und S.H. Foulkes, der als Begründer der Gruppenanalyse gilt, haben massgeblich zur Entwicklung der Gruppenpsychotherapie, wie wir sie heute kennen, beigetragen. Der Kurs bietet eine Einführung in die Arbeit mit Gruppen, der Fokus liegt auf dem Ansatz der Gruppenanalyse unter Einbezug weiterer in Institutionen angewandten gruppenpsychotherapeutischer Perspektiven. Anhand von Praxisbeispielen und Erfahrungen der Teilnehmenden wird gemeinsam ein Verständnis von Gruppendynamiken und deren therapeutischer Nutzung in verschiedenen Settings erarbeitet. Die Teilnehmenden lernen, die Gruppe als Mehr-Personen-Feld zu perspektivieren. Darin zeigen sich die interaktionellen Schwierigkeiten der Gruppenteilnehmenden vor dem Hintergrund biographisch geprägter Erlebens- und Verhaltensmuster im Hier und Jetzt, können so verstanden und therapeutisch bearbeitet werden.

Lernziele

  • Die Teilnehmenden lernen, gruppendynamische Prozesse besser zu verstehen, zu gestalten und für den therapeutischen Prozess nutzbar zu machen.
  • Sie erwerben Grundkenntnisse bzgl. Prüfung der Indikation für Gruppenpsychotherapie.
  • Sie erweitern ihre Handlungskompetenz in der Leitung von Therapiegruppen in stationären, teilstationären und ambulanten Settings.
  • Sie gewinnen Sicherheit in der Handhabung herausfordernder Gruppensituationen, wie sie gerade in der Arbeit in Kliniken häufig vorkommen.