Im psychoanalytischen Verständnis wird während eines diagnostischen und therapeutischen Gesprächs immer auch in und mit der Beziehung gearbeitet. Freie Assoziation, gleichschwebende Aufmerksamkeit, Abstinenz und Neutralität als grundlegende Konzepte der psychoanalytischen Gesprächsführung werden in ihrer Funktion und Anwendung vermittelt und diskutiert.
Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse stellen sich oft schon vor Beginn der gemeinsamen therapeutischen Arbeit zum Beispiel als Erwartungen oder Befürchtungen ein und begleiten den therapeutischen Prozess. Können sie erkannt und reflektiert werden, sind sie für das Erforschen unbewusster Konflikte, Beziehungs- und Affektregulierungsmustern der Patient:innen von unschätzbarem Wert.
Die Balance zwischen Übertragungsgeschehen und Konfliktspannung auf der einen, dem Aufbau einer tragfähigen working alliance auf der anderen Seite ist eine psychotherapeutische Kernkompetenz und grundlegend für die gemeinsame therapeutische Arbeit. Im Klinikalltag ist diese oft durch die spezifischen Störungsbilder oder die akute Notsituation von Patient:innen oder durch den gegebenen institutionellen Rahmen mit besonderen Herausforderungen konfrontiert.
Neben der Vermittlung theoretischer Grundlagen fokussiert der Kurs auf die aktuellen Erfahrungen der Teilnehmenden in ihrer täglichen Praxis. Ausgangspunkt des Kurses sind Fallschilderungen und Aufnahmen von Erstgesprächen der Kursteilnehmenden, anhand derer die im Kurs vermittelten Methoden und Konzepte erarbeitet und diskutiert werden.
Lernziele
- Die Teilnehmenden sind in der Lage, eine professionelle und tragfähige Beziehung zu Patient:innen aufzubauen und zu gestalten.
- Sie kennen die grundlegenden Konzepte der psychoanalytischen Gesprächsführung.
- Sie vertiefen ihre Gesprächsführungskompetenzen im klinischen Alltag.